Verhalten
Bartagamen verfügen quasi über eine eigene kleine Körpersprache, um mit ihren Artgenossen zu kommunizieren.
Rangordnungs- und Balzverhalten
Nicken
Durch das Nicken will die Bartagame ihre Überlegenheit und Dominanz zum Ausdruck bringen. Dies kann in unterschiedlichen Zusammenhängen passieren: Z.B. beim Zusammentreffen mit einer anderen Bartagame, um die Besitzansprüche an das Revier zum Ausdruck zu bringen oder im Rahmen des Balzverhaltens, um dem Weibchen zu imponieren.
Zwar kommt diese Verhaltensweise bei Männchen häufiger vor, aber auch Weibchen können nicken, besonders wenn es sich um etwas dominantere Exemplare handelt.

Winken
Bei geschlechtsreifen Bartagamen-Pärchen sieht man häufig, dass das Männchen nickt und das Weibchen winkt. Das Weibchen zeigt durch ihr Winken dem Männchen, dass sie den Chef-Status des Männchens akzeptiert.
Das Winken kann außerdem noch Unsicherheit zeigen.
Selten wird das Winken auch beobachtet, während sich Jungtiere an ihre Beute anpirschen.

Verbeugen/Liegestütze
Was auf ein Kopfnicken eines dominantern Tieres folgt, ist meist eine Demuts- und Beschwichtigungsgeste der schwächeren Tiere. Am häufigsten wird das Winken beobachtet. Jedoch gibt es eine Geste die aussieht, als ob die Agame eine Art langsame Liegestütze macht . Die Bedeutung ist vergleichbar mit dem Winken, jedoch sieht man es hauptsächlich im Rahmen des Paarungsverhaltens als Reaktion auf das Balzgehabe des Männchens.
Balzverhalten
Bartagamen-Männchen sind während der Paarungszeit oft extrem aktiv, wenn sie mit einem oder mehreren Weibchen zusammenleben. Mit schwarzem Bart und heftigem Kopfnicken wollen sie den Weibchen imponieren. Teilweise verleihen sie noch durch Stampfen mit den Vorderbeinen ihre Absichten. Weibchen antworten oft durch Winken. Durch Absenken des Körpers ("Verbeugen", "Liegestütze") und eventuell sogar Anheben des Schwanzes signalisieren sie Paarungsbereitschaft. Vor der Paarung laufen die Männchen oft erst im Halbkreis um das Weibchen herum, bevor sie sich im Nacken des Weibchens verbeißen, um besseren Halt zu finden. Revierkämpfe
Begegnen sich zwei Männchen, so kann es zu richtigen Kämpfen kommen. Dies ist unter anderem der Grund, warum man niemals mehr als ein Männchen in einem Terrarium halten sollte. Die Kämpfe beginnen damit, dass die beiden Kontrahenten beide ihren Bart aufstellen, diesen schwarz färben und sich annicken. Dabei stellen sie ihren abgeflachten Körper schräg in Richtung des Gegners auf und umkreisen sich. Währenddessen versuchen sie, gezielte Bisse beim Gegner zu landen. Gelingt es einem der Bartagamen-Männchen sich mit einem Haltebiss fest im Körper des Gegners zu verbeißen, so versucht er sich anschließend meistens auf den Gegner zu schieben. Der "Verlierer" unterwirft sich entweder, indem er bewegungslos liegenbleibt oder er versucht sich durch Schlängelbewegungen zu befreien und die Flucht zu ergreifen.
Bei den Kämpfen kann es durchaus passieren, dass der Schwanz abgebissen wird oder es zu anderen blutigen Wunden kommt.
Droh- und Abwehrverhalten
Aufstellen des "Bartes"
Das Spreizen der Kehlhaut, des sogenannten Bartes, sieht man bei Bartagamen recht häufig. Gleichzeitig wird der gesamte Körper verbreitert, so dass die Bartagame gefährlicher aussieht. Dadurch will sie andere Tiere einschüchtern. In der Natur wird diese Abwehrverhalten z.B. bei der Begegnung mit Fressfreinden eingesetzt, um diese in die Flucht zu schlagen. Auch beim Zusammentreffen zweier rivalisierender Männchen, gehört das Bartaufstellen zum Imponiergehabe.Aber auch im Terrarium kann man dies als Halter erleben, besonders wenn die Bartagame sich noch nicht an die Umgebung und die Menschen gewöhnt hat, kommt es zu diesem Drohverhalten, oftmals noch begleitet durch Fauchen.
Oft stellen Bartagamen auch in den Morgenstunden ihren Bart auf, was von vielen Haltern liebevoll als "Morgengymnastik" bezeichnet wird. Da dies aber auch bei ansonsten völlig zutraulichen Bartagamen zu beobachten ist, ist es wohl eher nicht als Abwehrgeste zu werten, sondern scheint einem anderen Zweck zu dienen, über den man nur mutmaßen kann.
Des Weiteren stellen Bartagamen ihren Bart auf, um vor einer Häutung die Haut an Bart und Kopf zum Aufplatzen zu bringen.

