Vorbereitung

Vor einigen Jahren sah man Reptilien hauptsächlich mal bei dem Besuch des Zooterrariums. Solch ein Tier selbst in einem Terrarium mit der Natur nachempfundenen Bedingungen zu pflegen war meist nur für an der Terraristik interessierten vorstellbar.
Gerade die Haltung von Bartagamen ist in den letzten Jahren extrem angestiegen.  
Fasziniert sind die meisten von dem typischen Aussehen der, auch gerne "Minidrachen" genannten, stacheligen Echsen. Anders als andere Reptilien zeigen Bartis ein gewisses Interesse am Halter und gelten in der Haltung auch für Anfänger als problemlos. Das immer mehr Zoohandlungen auch eine Terraristik Abteilung führen und die Bartis in den buntesten Farbformen zu bekommen sind sorgt für den letzten Rest der Begeisterung.

Bevor man sich ein solches Tier kauft sollte man sich bewusst sein was auf einen zukommt. Auch wenn man in vielen Zoohandlungen gerne erzählt bekommt, wie leicht und anspruchslos die Haltung ist, sollte man sich mit Büchern und auf Internetseiten genauer informieren. Sofern man nicht alleine wohnt, muss auch geklärt sein, dass niemand ein Problem mit dem neuen Haustier hat. Gerade die Haltung der Futtertiere ist für einige Menschen sicher ein negativer Aspekt.

Man muss für das artgerechte Leben spezielles Zubehör haben, da hilft es eine Liste zu erstellen und auszurechnen ob man es sich finanziell auch leisten kann.

Die handelsüblichen Terrarien sind oft zu klein, 120x60x60 cm wird von Verkäufern gerne als ausreichende Größe verkauft. Das entspricht nicht mal den Mindestanforderungen der Haltungsrichtlinien.
 

Anschaffung

Bartagamen kann man im Zoohandel, auf Börsen oder direkt beim Züchter kaufen.

Bevor man die Tiere kauft, sollte man sich die Haltung und die Bartagamen genau anschauen. Oft werden leider zu viele Jungtiere in zu kleinen Terrarien aufgezogen, so dass sie sich gegenseitig die Schwanzspitze und Gliedmaßen abbeißen. Dies ist zwar nur ein optisches Problem, die Tiere können trotzdem kerngesund sein, jedoch sollte man sich überlegen, ob man wirklich in den Geldbeutel von jemandem wirtschaften möchte, der seine Bartagamen nicht richtig hält. Bei aller Liebe zu den Bartagamen sollte nicht vergessen, dass man mit sogenannten "Mitleidskäufen" solche Zoohandlungen/Züchter  unterstützt.

Des Weiteren sollte man schauen, ob die Bartagame gesund erscheint. Das Tier sollte einen aufgeweckten, neugierigen Eindruck machen. Die Bartagame sollte keine Buckel oder andere Deformierungen aufweisen, das Maul sollte schließen, ohne dass Ober- oder Unterkiefer hervorragen. Die Augen sollten offen und klar sein, die Nase nicht verkrustet und ohne Sekret.  Außerdem sollte man sich zeigen lassen, dass die Bartagame gut frisst. Als Anfänger ist es besser, wenn man nicht zu junge Tiere nimmt.

Am besten ist, wenn man mit einer Bartagame "anfängt". Bei Jungtieren kann man das Geschlecht noch nicht sicher bestimmen, daher kann es schnell passieren, dass man mehrere Männchen erwischt.
 

Transport

Bartagamen kann man gut in einer Faunabox transportieren, die mit Küchenpapier ausgelegt wurde. Man sollte allerdings darauf achten, dass die Tiere nicht nach draußen gucken können und durchsichtige Flächen daher ggf. abkleben. Bei niedrigen Außentemperaturen sollte man die Transportbox mit einer Wärmflasche o.ä. heizen. Um die Wärme zu halten, ist es sinnvoll, die Transportbox zusätzlich in eine Styroporkiste zu stellen.


Einzug

Was leider oft vernachlässigt wird, ist, dass eine neue Bartagame zunächst eine Quarantäne-Zeit durchlaufen sollte. Besonders wichtig ist dies, wenn man zu bereits vorhandenen Bartagamen eine neue Bartagame hinzusetzen möchte. Das neue Tier könnte Parasiten oder andere Krankheiten haben, mit denen es den bereits vorhandenen Tierbestand sehr wahrscheinlich infizieren würde. Es ist aber sinnvoll die Quarantäne auch bei Bartagamen einzuhalten, die nicht zu anderen Tieren hinzugesetzt werden, da im Falle eines Parasitenbefalls sonst oft ein enormer Aufwand ensteht (Sand entfernen, Einrichtungsgegenstände wegschmeißen usw.) Daher sollte die Bartagame zunächst für ein paar Wochen in einem sogenannten Quarantäne-Terrarium untergebracht werden. Als Quarantäne-Terrarium eignen sich z.B. Glasterrarien der Größe 120x60x60cm. Sinn dahinter ist, dass es einfacher zu reinigen ist als ein voll eingerichtetes normal großes Terrarium. Das Quarantäne-Terrarium sollte mit Zeitungspapier oder Küchenpapier ausgelegt werden. Die Einrichtung sollte auf das Notwendigste beschränkt werden. Beim Tierarzt sollte eine Kotprobe auf Parasiten untersucht werden. Der Halter sollte zudem das Tier genau auf Krankheitsanzeichen beobachten und schauen, ob es Ektoparasiten (z.B. Milben) hat.

Wenn die Bartagame gesund ist bzw. erfolgreich behandelt wurde, kann sie in ihr eigentliches Terrarium einziehen.

Eingewöhnung

Besonders junge Bartagamen brauchen oftmals etwas Zeit um sich einzugewöhnen. Während der Eingewöhnungsphase kann es vorkommen, dass die Bartagame z.B. schlecht frisst oder sich verkriecht. Eine Erkrankung sollte natürlich wie oben beschrieben ausgeschlossen werden. Wichtig ist, dass man Bartagamen besonders in der Anfangszeit möglichst wenig Stress aussetzt. Es sollte also nur im Terrarium hantiert werden, wenn es nötig ist (Futter, Kot entfernen). Auch um das Terrarium herum sollte möglichst wenig Trubel herrschen. Man sollte sich auch dazu zwingen, die Bartagame nicht ständig anzustarren, sie könnte sich dadurch bedroht fühlen. Bartagamen fühlen sich außerdem wohler, wenn das Terrarium nicht von allen Seiten einsehbar ist. Bei Glasterrarien sollte man also die Rückwände und ggf. auch die Seitenwände bekleben oder mit einer bekletterbaren Rückwand versehen. Man sollte auch nicht die Bartagame unnötigerweise anfassen oder auf die Hand nehmen. Wenn man sich ihnen nähert, sollte man dies nicht von oben herab tun, da Bartagamen dies als Bedrohung empfinden.