Licht ist mitunter der Aspekt, dem Bartagamen-Halter die meiste Aufmerksamkeit schenken sollten. Dabei sollte man drei wichtige Gesichtspunkte beachten: Helligkeit, Wärme und UV-Strahlung.

 

Helligkeit

Bartagamen sind sonnenhungrige Tiere. Man muss sich immer vor Augen halten, dass Bartagamen aus Australien stammen, wo eine sehr hohe Lichtintensität herrscht.Man geht hier von ca. 100.000 Lux aus was ein schöner sonniger Sommertag ist! Natürlich wird man unter Terrarienbedingungen diese nie erreichen. Jedoch sollte man versuchen, so nah wie möglich daran heranzukommen. 

Zur Zeit sind T5-Röhren und HQI/HCI/CDM-Strahler die Mittel der Wahl um Licht ins Terrarium zu bekommen. Beachten sollte man bei der Wahl des Leuchtmittels die Lichtfarbe, die möglichst naturnah sein sollte. Die Farbtemperatur sollte etwa bei 5000-6000 Kelvin liegen.

Die einzubauenden Lichtquellen hängen von der Größe (Grundfläche) und - wichtig - von der Höhe des Terrariums ab! Bei einer Höhe (Sandoberfläche bis Decke bzw. Lichtquelle) von 30-60cm kann man T5 Leuchtstoffröhren als Grundbeleuchtung ohne weiteres benutzen, da die abgegebene Helligkeit noch „am Boden ankommt“. Ansonsten sollte man bei höheren Terrarien auf HQI/HCI Strahler zurückgreifen, die mehr Helligkeit über eine größere Distanz! abgeben Die Ausleuchtung aber, ist von den HCI/HQI Strahler nicht so großflächig wie bei Leuchtstoffröhren. Die Wattzahl wird an der Höhe des Terrariums gemessen: 60 Watt – 250 Watt oder noch höher. Was aber trotzdem bei jedem Terrarium nicht fehlen sollte, auch wenn es mit HCI/HQI-Strahlern beleuchtet wird, sind eine oder zwei T5-Röhren. Diese leuchten die durch die HCI/HQI Strahler weniger ausgeleuchteten Ecken im Terrarium noch mit aus und die Lux-Werte im Terrarium werden erhöht!

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Herausnehmbare Lichtdecke für ein 180x90x120-Terrarium

UV-B

Lebenswichtig für Bartagamen ist UVB-Strahlung (unsichtbares Licht mit einer Wellenlänge von 280 - 315 nm). Diese benötigen Bartagamen, damit ihr Körper Vitamin D3 produziert, was wiederum für die Einlagerung von Kalzium in den Knochen verantwortlich ist. Fehlt die UVB-Strahlung, werden die Knochen weich und brüchig. Rachitis kann die Folge sein.

Es gibt verschiedene Lampen, die UVB abgeben. Von Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen ist eher abzuraten, da eine für Bartagamen ausreichende Strahlung nur bei geringem Abstand zwischen Lampe und Tier erreicht wird (oft unter 30 cm). Besser sind Mischlichtstrahler, wie die Mega Ray von ReptileUV oder Metallhalidstrahler wie die Bright Sun UV Desert von Lucky Reptile, die man mind. 6-8 Stunden am Tag laufen lassen sollte. Es gibt auch weitere Produkte, die sich teils erheblich unterscheiden. Eine bewährte UV-Lampe ist auch die Ultra Vitalux von Osram (300 Watt). Aufgrund der hohen UV-Werte sollte man mit dieser jedoch nur einmal täglich über eine begrenzte Zeit (ca. 30 Minuten) aus einem Sicherheitsabstand von etwa 80 cm bestrahlen. Unabhängige Messwerte gibt es unter www.dihu.chwww.testudolinks.de , www.uvguide.co.uk oder www.markuswalter.net/wiki/CoMa.php?CoMa=MesswerteUV .

HQL und andere Entladungslampen, welche nicht extra für Terrarientiere hergestellt werden, kann man leider nicht mehr als Alternativen benutzen, da seit Jahren in allen Produkten ein UV-Schutz integriert ist und deshalb fast keine UV-Strahlung mehr abgegeben wird.

UV-A

Nebst dem UVB-Licht spielt auch das längerwellige UVA (315 - 380 nm Wellenlänge) eine wichtige Rolle, denn im Vergleich zum Menschen können Reptilien, wie die meisten anderen Tiere auch, zumindest einen Teil dieser Strahlung sehen.

UVA reguliert bei Bartagamen die Aktivität und trägt somit zur allgemeinen Helligkeit im Terrarium bei. Eine besondere Beachtung braucht UVA jedoch nicht, wenn man bereits eine ausreichend gute UVB-Versorgung mit einer Ganztags-Bestrahlung gewährleistet, da entsprechende Leuchtmittel nebst UVB immer auch UVA abgeben. Lediglich bei einer UVB-Versorgung mit der Ultra Vitalux von Osram sollte man Leuchtmittel verwenden, die auch einen UVA-Anteil beinhalten (wie z.B. BioVital T5-Röhren von Narva, deren Spektrum extra leicht zu kürzeren Wellenlängen verschoben ist und somit dem Helligkeitsempfinden von Reptilien eher angepasst ist).

Wärme

Bartagamen müssen sich als wechselwarme Tiere auf ihre Vorzugstemperatur aufwärmen können. Man sollte daher im Terrarium für Sonnenplätze sorgen. Dieser sollte den darunter liegenden Sonnenplatz auf 45°-50°C aufwärmen können.

Um die richtigen Wärme-, Licht- und UV-Verhältnisse zu schaffen, ist es wichtig, gleich beim Bau des Terrariums darauf zu achten, wo man seine verschiedenen Lichtquellen positioniert. Bei einem selbstgebauten Terrarium, kann man seine erhöhten Podeste und/oder Sonnenplätze so platzieren, dass man die UV-Lampen gleichzeitig auch als Wärmespots benutzen kann!
 

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Wie man hier auf dem Bilder erkennen (Pos.1, Pos. 2) kann, sind die Podeste hier so gewählt (Abstand zur Decke bzw. Lichtquelle), so dass die Temperaturen bei 40°-50°C liegen. Dadurch werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Zum einen ist die Lichtausbeute (Lux) im ganzen Terrarium höher als die mit gebräuchlichen Wärmespots und es wird gewährleistet, dass die Tiere mit genügend UV versorgt werden. Dadurch spart man sich schon mal die evtl. auftretenden Kosten für einen Wärmespot sowie den dafür anfallenden Strom.

  Von der Verwendung von Keramik-Heizstrahlern sollte abgesehen werden, da die Tiere Wärme nur mit Licht in Verbindung bringen. Eine reine Wärmequelle wird nicht als solche erkannt. Dieses kann zu Verbrennungen und im schlimmsten Fall zum Austrocknen des Tieres führen. Dieses gilt auch für die sog. Infrarot-Strahler, da diese nur wenig Licht abgeben und die Wärmestrahlung tief unter die Haut geht.
 

Bodenheizung: Generell sollte man von einer Substrat-/Bodenheizung absehen, da es unnatürlich erscheint, wenn die Wärme aus dem Boden kommt. Bei zu hoher Temperatur vergraben sich viele Tiere, wie z.B. Bartagamen, da sie insitinktiv "wissen", dass es im Boden kühler ist. Bei geheiztem Boden jedoch wird es umso wärmer, je tiefer das Tier gräbt, was nicht nur unnatürlich, sondern auch problematisch werden kann.

Im Handel werden auch Heizsteine angeboten, die als Imitate für von der Sonne erwärmte Felsen/Steine dienen und die von den Tieren v.a. abends noch dazu genutzt werden, ein letztes Mal Wärme zu tanken. Es sollte darauf geachter werden, dass man bei diesen Heizsteinen oder -felsen nicht an der Qualität spart, da es gelegentlich zu Verbrennungen durch Überhitzung am Gerät kam. Ein natürlicher Variante wäre es, wenn man eine dicke Steinplatte unter den Spot legt, welche die abgegebene Wärme tagsüber absorbiert und bei Dunkelheit noch eine gewisse Zeit lang abgibt.

Mondscheinlampen:
Von der Verwendung sog. Mondlichtlampen auf Basis einer Glühfadenlampe sollte ebenso abgesehen werden, da diese (unnötigerweise) Wärme- und UV-A-Strahlung abgeben. Die UV-Strahlung in der Nacht kann die Tiere verwirren und unnötig stessen.

 

Anmerkung: Die hier Angegebenen Werte sind Richtwerte und können von Tier zu Tier und Terrarium zu Terrarium  variieren!